Das Leben im Hochhaus – die Serie (Teil 1)

27 06 2007

Seit nunmehr sechs Monaten lebe ich in einem Hochhaus im Hamburger Stadtteil Altona. Ich wage dabei zu behaupten, dass ich hier im verrückt-nettesten Hochhaus dieser Stadt gelandet bin. Grund für mich, eine kleine Serie zu diesem Thema zu starten. Heute: Der Fahrstuhl

Fahrstühle haben schon etwas tolles: Nirgendwo kann man sich gezwungener ungezwungen kennen lernen als in einem Fahrstuhl. Und in diesem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass ein Fahrstuhl gleichwohl in der Lage ist, das Raum-Zeit-Kontinuum zu brechen. Nur so kann ich mir erklären das Fahrten mit unangenehmen Fahrgästen jedes Mal stunden dauern, obwohl die Mitfahrer schon im 3.Stock wieder aussteigen und der Fahrstuhl an anderen Tagen mal locker die 9 Stockwerke in Schallgeschwindigkeit zurücklegt.
Und das trotz seines beachtlichen Alters! Baujahr 1958 lässt nämlich grundsätzlich erstmal jeden Fahrgast zweifeln, ob dieser Fahrstuhl nicht eigentlich der direkte Weg ins Nirwana bedeutet. Hat man sich dann doch überwunden einzusteigen, kann es schon hin und wieder vorkommen, dass die Tür klemmt und man erstmal kräftig gegentreten muss, damit sich die Tür überhaupt schließt. Von den technischen Problemen einmal ganz zu schweigen ist es auch jedes Mal spannend zu erleben, was die Nachbarn angerichtet haben, wenn sich die Tür öffnet. Da kann es dann doch mal vorkommen das man sich 9 Stockwerke am Geländer hochziehen muss, weil ein Nachbar seine Toilette mit dem Fahrstuhl verwechselt hat (kann ja mal vorkommen, wir kennen das doch alle *augenroll*) oder lecker Blutflecken auf dem Fahrstuhlboden verteilt sind (wenigstens weiß ich mittlerweile, dass daran die Hunde einer Nachbarin schuld sind *gequält grins*). Na? Wer hat noch Lust jetzt weiter zu lesen? Von diesen Momenten abgesehen ist es allerdings größtenteils wirklich spaßig hier Fahrstuhl zu fahren. Vor allem ist der Fahrstuhl äußerst Frauen freundlich. Ich kenne keine Frau, die beim Anblick des riesen Spiegels im Fahrstuhl nicht nochmal anfängt, sich die Haare zu zupfen und die Kleidung zurecht zu rücken. Und spätestens wenn man an einem Tag bei vier Fahrstuhlfahrten vier mal auch genau die gleichen Leute wiedertrifft, oder Menschen mitfahren die dann im 7.Stock bemerken, dass der Fahrstuhl gar nicht runter fährt, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.



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9 Antworten

27 06 2007
John-Patrick

Hmmm war vielleicht taktisch unklug, so eine Serie mit dem Schandfleck unseres Hauses zu beginnen *grins*

27 06 2007
Kassiopaia

Du hast die Mülltüten vergessen, die andere im Aufzug vergessen oder den Gestank nach abgestandenem Bier, gemischt mit der Muffigkeit vom Fahrstuhl selber. ;)

27 06 2007
Iwan

Der Fahrstuhl ist doch der Stolz eines jeden Hochhauses. Wenn das bei euch der Schandfleck ist bin ich auf den Rest gespannt. ;-)

27 06 2007
Kassiopaia

Ach, und Männer gucken gewiss auch in den Spiegel. Nicht nur Frauen sind eitel. Immer diese Klischees hier, also bitte! :P

27 06 2007
Matze

ich komm nicht vor! menno!

27 06 2007
Kroko

wenn da blut rumliegt, würde ich damit glaube gar nicht mehr fahren. ist ja gruselig.
unser fahrstuhl im wohnheim ist baujahr irgendwann in den siebzigern. man hofft natürlich, dass da manche teile schon erneuert worden sind. jedenfalls ruckelte sehr doll beim anfahren und halten.

28 06 2007
Daniel

Fahrstühle sind schon was komisches. In meinem Haus gibt es keinen, dennoch tauchen Jahr für jahr in den Abrechungen Kosten für die Fahrstuhlpflege in den Nebenkosten auf… *wunder*

28 06 2007
John-Patrick

Naja Daniel, allein über dein Haus könnte man noch eine ganze neue Serie starten *lach*

4 07 2007
Steven

Ok leute vier mal an einem Tag im aufzug treffen kommt mir ja jetzt sehr bekannt vor. Aber mal ehrlich wenn man über das Urin, das Blut, die Leute darin und die Geschwindigkeit des Aufzugs hinweg sieht is er doch eigentlich auf eine sehr merkwürdige art ein Teil von uns oder?

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